18. Tür führt dich zu deiner einzigARTICHkeit

Deine EinzigART-ICHkeit führt unmittelbar auch zu deinem EGO.
Heute mag ich über die Beziehung dieser beiden schreiben. Denn beide - deine Einzigartigkeit und dein Ego - haben im Grunde und vor allem, wenn du spirituell unterwegs bist, aber auch so im ganz normalen schnöden Leben, keinen besonders leichten Stand. Ich sage es einmal so: ihre Daseinsberechtigung steht im Grunde auf wackeligen Füßen, obwohl - oder vielleicht  auch gerade, weil wir in einer sehr auf Individualismus ausgeprägten Gesellschaft unterwegs sind. Das Ego soll möglichst verschwinden und unserem spirituellem Weg nicht mehr im Wege stehen, es soll verbrennen - ab auf den Scheiterhaufen - oder wie??? - na ja, weggehen halt und damit das auch wirklich passiert oder du das  wahrscheinlicher machst - betreibst du möglichst viel spirituelle Praxis, sprich: du ARBEITEST an dir. Naja - ich sehe das ein wenig anders. Wenn du magst. Ich beginne.

Die Frage. Wer bin ich? Ist wohl tatsächlich diejenige, die dich am meisten in deiner persönlichen und spirituellen Entwicklung voran bringt, denn diese stellen sich alle Kulturen und Religionen und bauen darauf ihre spirituelle Praxis auf, die immer von einem Meister auf seine Weise erfahren und so an seine Jünger (Nachfolger) weiter gegeben wurde  und schlussendlich tradierte. Meine Beziehung zu meinem heutigen Mann begann mit Lehrern, die dem Inder Ramana Marharshi folgten. Einem Mann, den mit 14 Jahren Todesangst 'überfiel' und den dieses Erleben derart erschütterte, dass er seine Familie und seinen Wohnort verließ, um zum Arunachala, einem heiligen Berg in Indien zu gehen, wo er sich hinsetzte und meditierte bis zu seiner Erleuchtung. Er stellte sich nur diese eine Frage: Wer bin ich (jenseits dieser Todesangst)? - Etwas was ich sehr gut kannte als ich auf Eli Jaxon Bear traf (einem Schüler von Papaji, dem Nachfolger von Ramana Marharshi). Todesangst, die aus irgendeiner Ritze meines Daseins kroch und der ich mit Furcht begegnete, weil ich nie wusste, wann sie mich ein nächstes Mal wie aus dem Nichts 'überfallen' würde. Diese Angst hatte einen engen Bezug zu meinem Herzen. Ich hatte immer panische Angst bei diesen Attacken, dass mein Herz stehen bleiben würde. Die Todesangst hatte mich. Doch ich hatte niemanden, mit dem ich darüber hätte sprechen können, es war nicht wirklich fassbar, was da mit mir passierte, wenn die Panikattacken kamen. Heute aus spiritueller Sicht, passen sie genau in das Erleben, was auch Ramana passierte. Doch ich lebte in einem völlig anders gearteten Umfeld. Kirche, so wie ich sie hatte, kannte für den Normalchristen keine kontemplative Praxis und zu beten, kam mir nicht in den Sinn. Beten tat man für Andere und evtl. noch für die 'AbARTigkeiten' in sich, die nicht sein durften oder sollten und die man irgendwie weghaben wollte und irgendwie auch nicht wusste, wie das geschehen könnte. Ich wollte ja ein besserer Mensch sein, für Andere versteht sich. Ich war auf diese Weise  Gefangene dieses für mich nicht entwirrbaren Kreislaufs von Panikattacken in einer Welt, die - so schien es mir - Menschen um mich versammelte, die komplett anders tickten als ich selbst. Ich fühlte mich allein bis eines Tages eine Freundin in mein Leben kam, die ähnliches von sich erzählte. Ich war endlich nicht mehr allein mit diesem Phänomen! - Sie war meine 1. echte Beruhigungspille neben den Faustan-Tabletten (das DDR-Valium) in meinem Apothekenschränkchen, die mir die Ärztin gab und die mich insofern beruhigten, weil sie da waren.  Nicht, dass ich eine davon nehmen wollte! Diese Angst, die mein Herz überfiel, würde ich heute dahingehend deuten, dass sie mich auf meinen Weg brachte. Sie waren das erste Anzeichen dafür, worum es wahrhaft geht in meinem Leben: um die Herzensliebe. Einer meiner Freunde drückte es einmal so aus und vermutlich ahnte er nicht wie wahrhaftig es war: "In deinem Herzen ist für so viel mehr Menschen Platz als nur für einen Mann. Da sind ja auch schon deine Kinder." ...  hihihi - damals dachte ich noch in Bezug auf die Liebe an die Liebe zwischen Mann und Frau ... so kann es gehen. 
Ja, da ist tatsächlich viel Platz für viele Menschen. Und in mir spürte ich schon als Kind das Verlangen, Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. In meiner Teeniezeit machte ich mir das Vergnügen, in dunkle Gesichter hinein ein Lächeln von mir zu werfen und zu beobachten, wie sie sich aufhellten. Es war grandios, das hervorrufen zu können mit nichts weniger als einem Lächeln! - Mein Leben bestand und besteht zudem schon immer aus einem breiten Spektrum an Fühlen und Wahrnehmen. Alle Kanäle sind offen. Es ist da so viel, was es zu fühlen und zu spüren gibt! Erst später als ich schon Kinder hatte, hörte ich das erste Mal davon, dass es Menschen gab, die kaum etwas bemerken, wenn sie in der Natur unterwegs sind, die die Farben nicht sehen um sich, die Blumen am Wegesrand und die die Düfte nicht wahrnehmen ... Ich konnte das nicht fassen!!! ... Ich spürte zudem, dass es da noch mehr gab im Leben außer dem, was ich erlebte und in meinem Umfeld gelebt wurde. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieses für mich normale tiefe Fühlen und weite Wahrnehmen für Andere nicht in dem Maße existierte, wie ich es wahrnahm. Das erste Mal stieß mich das Leben auf das Phänomen der Unterschiedlichkeit in der Wahrnehmung. Wie sehr mich das Kapitel Wahrnehmung beschäftigen würde und wie sehr viele Unterschiede sich mir auf meinem Weg noch zeigen würden, das hätte ich damals nicht gedacht. Und heute stehe ich vor diesem Wunder, mich in meiner Einzigartigkeit endlich komplett zu fühlen. In diesem Jahr bin ich beruflich endlich bei mir selbst angekommen, mit dem was mich vor allen anderen auszeichnet, mich einzigartig macht. Alle, die vielen scheinbar abgebrochenen Projekte auf meinem bisherigen Weg, ergeben plötzlich Sinn und ich kann sie alle in diesen einen 'Roten Faden' einbinden.  ... und nun im tiefsten Selbst zu begreifen, dass mein Normales für die meisten anderen Menschen komplett unnormal ist, in dem Sinne, dass es für sie außergewöhnlich ist, eben außerhalb ihres Erfahrungs- und Fähigkeitsreiches liegt, das erleichtert mich ungemein.  ... so wie ich Andere immer für ihre Außergewöhnlichkeit, ihre Einzigartigkeit bewunderte und ihnen dieses 'sich gefunden haben' so oft neidete, so kann ich jetzt alles entspannt da lassen, wo es hingehört. Jedem seine Einzigartigkeit. Dabei zu erkennen, dass diese Einzigartigkeit nur erlebt und wahrgenommen werden kann, weil es das Andere gibt, macht es ebenfalls leicht. So wird die Idee der Konkurrenz konkurrenzlos.  Denn dieses außergewöhnlich Einzigartige, das auch dich auszeichnet, will nur eines, ans Licht. Doch weshalb fürchtest du, fürchtete ich genau das?

Und da komme ich nun zum Ego. Einmal hatte es unerwartet seinen 'Auftritt' bei einer meiner offenen Familienaufstellungen. Es stand da völlig verquer und unglücklich an seinem Platz und machte allerhand 'Unsinn'. - Weshalb? ... es war nicht in seiner ursächlichen Rolle unterwegs. Das Ego war, so zeigte es sich, eigentlich unser Wollen, unser Wille, der da er falsch eingesetzt war und da er nicht seinen Weg nehmen durfte, nicht das durfte, was er wollte, völlig entartet. Uns fiel damals auf, dass das Wollen das Erste im Leben ist, was umgelenkt wird, was nicht in seine wahre und einzigartige Größe kommen darf. Mit aller Macht, wird genau das unterdrückt, was schon immer unterdrückt wurde, dein freier, wilder, unabhängiger und ungebändigter Wille. Und warum wird das gemacht? Weil er mächtig ist. Weil er all Jene bedroht, die dich klein und ohnmächtig brauchen, die darauf angewiesen sind, dass du grundlos Angst hast. Wenn die Frage des freien Willens auf den Erziehungstisch kommt, glaube mir, da holen auch die eloquentesten und fortschrittlichsten Eltern und Pädagogen ihre eingestaubten ABER aus den vergessenen Winkeln ihrer Schubladen  ... "Was, wenn ... und: "Man muss aber auch mal bedenken, dass ... . " So groß ist die  ohnmächtige Angst vor dem, was der freie Wille in ihnen auslöst. Du könntest alle deine Probleme lösen! - Worüber könntest du noch klagen und dich beschweren? Wen könntest du dann noch für dein mehr oder minder verkorkstes Leben verantwortlich machen? Und ganz schlimm die Vorstellung, was, wenn es nicht klappt und dein Kind unglücklich wird, weil es nicht dazu gehört? oder ausgeschlossen wird ??  - Und ich frage dich:  "Was, wenn es tatsächlich stark wird und unabhängig? Was, wenn genau das Gegenteil eintrifft? ... Also als wir das vermeintliche EGO in seine wahre Position als 'das Wollen' einsetzten im Aufstellungsgeschehen, richtete sich alles sofort und leicht in seine harmonische Ordnung. Vorher ging nichts. Es verhielt sich sehr konstruktiv und UNTERSTÜTZEND. ... Ich höre schon die: " Ja, aber, das war eine Aufstellung und im echten Leben?" Ja, da habe ich noch 'ein As im Ärmel' für dich, den das Leben mir vor gut 17 Jahren auf den Geburtstagstisch meines Mannes legte - unsere gemeinsame Tochter, die Jüngste meiner sechs Kinder. Sie zeichnete u.a. durch all das aus, was die 'bösen Mädchen' meiner Kinderzeit hatten und um die ich tunlichst einen Bogen machte.  Vorsorglich. Jetzt konnte ich keinen Bogen mehr um diese Mädchen machen. Eine war nun meine Tochter! - Na ja. Das ist jetzt die drastisch und humorvoll ausgedrückte Variante. Ich war natürlich neugierig genug, mich mit all ihren Facetten auseinander zu setzen. Allen voran mit Zorn und Wut und einem ungemein starken Willen, der mich beeindruckte neben meinem daneben ziemlich schwächlich wirkenden. Die ersten Lektionen hatte ich bereits mit meinem Sohn hinter mir, aber da hatte ich noch die Ausrede vor mir selbst und anderen, dass er ja anders war. Hier hatte ich keine mehr und zudem eine Frau in der Wohnnähe, die Bescheid wusste, dass wir das Kind nur richtig in den Griff bekommen müssten, bzw. dass sie - sehr spirituelle Aussage das!!! - unsere ungelösten Probleme ausdrückte, die wir nicht bereit waren zu lösen. Das half uns ungemein weiter! Wir zogen weg. 

Meine jüngste Tochter führte mir alle meine Schatten grauenhaft deutlich vor die Augen: alle meine Ausflüchte, alle meine fest gefahrenen Meinungen und Ideen. Sie schrottete nicht nur Dinge, wie meinen Schmuck und diverses Geschirr, an dem ich hing und von dem ich der Meinung war, es müsse ganz bleiben, sie schrottete auch ziemlich viele Lebensanschauungen, die in meinen Schubladen ein verstaubtes Dasein fristeten. Sie lehrte mich, die Schatten zu lieben und an mein Herz zu drücken. Sie lehrte mich, sie zu umarmen, obwohl mein ganzes Körpersystem sich weigerte. Sie lehrte mich, dem Zorn, der Wut einen angemessenen Platz in meinem Leben einzuräumen. Das Ergebnis davon ist es, eine wirklich schöne Teeniezeit mit ihr zu genießen. 

Wir brauchen das Ego als unseren unbändigen, freien und wilden Willen, der uns unsere Einzigartigkeit leben lässt. Für mich ist das der Beginn von Frieden. 

Alles andere führt uns in die Sucht, uns selbst zu vermeiden. Und wenn wir uns selbst vermeiden oder in einer Sucht gefangen leben, dann haben Neid und Missgunst ein leichtes Spiel und aus diesem Spiel erwächst das bitterböse Spiel des Krieges. Wir haben die Wahl. Ich habe die Wahl und du hast die Wahl. Jederzeit und immer. Jetzt.

Wir können uns mit unserem Wollen und unserer Einzigartigkeit ins Benehmen setzen und sie ins Leben holen. Wenn dir noch unklar ist WIE dir das gelingt, dann nimm doch noch einen meiner 

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Ich grüße dich von Herzen.

Dieser Text kam heute ebenso langwierig und langsam ins Leben wie damals meine Tochter.
Text und sie, beide haben sich viel Zeit gelassen!

Susanne von 'NanaMara'

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Kommentare: 3
  • #1

    Seinsucht (Montag, 18 Dezember 2017 23:32)

    Deine Worte haben mich sehr berührt.
    Obwohl ich anderes erlebte, keine Angst hatte, und konfrontiert bin mit mangelnden
    Gefühlwahrnehmungen...
    Meine Kinder nehmen mich nicht wirklich wahr. Kein Wunder: Ich selbst habe mich und nehme meine Gefühle auch nicht wirklich wahr genommen.
    Irgendwo ist meine "Einzigartigkeit" unter einem Scherbenhaufen. Ich bin bemüht ihn abzuräumen, um das Licht - von dem ich weis, dass es da ist - in meinem Herzen zu fühlen. Ich sehne mich danach.

  • #2

    Susanne (Montag, 18 Dezember 2017 23:50)

    Liebe Seinsucht,
    welch schöne Kreation eines Namens ...

    es berührt mich, wenn meine Worte dich berühren. Obwohl ich es mittlerweile weiß, dass ich mit Worten Berührung erschaffe, berührt es mich doch immer noch ...
    Unter einem Scherbenhaufen, sagst du, liegt deine Einzigartigkeit ... Scherben kannst du aufräumen, wegräumen, beiseite legen und im besten Falle ein neues Muster aus ihnen kreieren. Möge es dir gelingen ... das wünsche ich dir von ganzem Herzen.
    Wenn du Unterstützung brauchst dabei - ich bin da. Du weißt, wo du mich findest.

    Liebe Seinsucht,
    wenn ich dir das sagen darf: Sei liebevoll mit dir und was ich nur empfehlen kann, wieder und wieder, geh so oft du kannst in die Natur hinaus ... irgendwann springt der Funke über. Es geht nicht anders.
    Hab Vertrauen, dass deine Kinder die richtigen Eltern gefunden haben für sich und sie, unabhängig von dir, ihren Weg gehen und ihr Schicksal in ihre Hand nehmen.
    Sie brauchen, dass wir uns ihnen zuMUTen mit allem was wir sind und nicht sind und sein wollen. So habe ich es mit meinen Kindern gehalten. Das macht, dass wir ihnen nicht noch unsere Schuldgefühle ihnen gegenüber auflasten. Nichts ist schlimmer für dein Kind, als wenn du dich ihnen gegenüber schuldig fühlst. Das habe ich gelernt und für mich war dies eine enorme Erleichterung! Du hast ihnen das größte Geschenk gegeben, zu dem du als Mensch fähig bist - du hast ihnen ihr Leben geschenkt.

    Herzlich
    Susanne

  • #3

    Christint (Freitag, 22 Dezember 2017 18:00)

    wie wunderbar, dass Beide so wertvoll SIND - alles Gute, Wahre, Schöne und auch alles Andere braucht eben ZEIT und MUSS/E