Der Mann als Steilvorlage ...                                              Wenn Beziehungen an ihre Grenzen kommen

Dieser Slogan stammt aus einem Comedyprogramm-Plakat von Willy Astor.
Dieser Slogan stammt aus einem Comedyprogramm-Plakat von Willy Astor.

Viele Menschen bewundern ja den Humor in unserer Beziehung, aber viele fragen mich auch, was das Glück in unserer Beziehung ausmacht und wie es kommt, dass wir uns beide, gerade auch spirituell, entwickeln. Vor allem Frauen fragen mich das, die darunter 'leiden', dass ihre Männer nicht so recht "mitziehen" wollen auf ihrem spirituellen Weg. Da sich heute Morgen zwischen uns beiden wieder ein Disput ereignete, aus dem ich wieder einmal eine goldene Erkenntnuss knacken und gewinnen und mir einverleiben konnte, möchte ich euch gern daran teilhaben lassen.
Hier die ErkenntNuss vorweg: Wenn Männer an ihre Kompetenz-Grenzen kommen mit einer (ihrer) Frau, "schießen" sie die (ihre) Frau verbal ab.

Wir saßen beim Frühstück. Begonnen hatte unser Gespräch bemerkenswerter Weise mit zwei Berichten von Freunden über das aggressive Verhalten von Männern untereinander in den Chefetagen von Großkonzernen. Dem vorausgegangen waren bei mir die Autoradio-Nachrichten von heute, u. a. über die zwischenmenschlichen Zustände in den Kasernen unseres Landes und den dort stattfindenden sexuellen Übergriffen auf Frauen (jede zweite Soldatin ist betroffen). Das Thema "hing"also förmlich "in der Luft".

Ich selbst spüre seit langem dahin, weshalb es mitunter in den Gesprächen mit "meinen" Männern und mir zu diesem verbalen "Abschießen" kam und immer mal wieder noch kommt, das mich jedesmal verletzt zurück lässt. Manchmal ist es nur die Art seines Lachens, bei dem ich merke, dass er nicht weiter weiß. Es ist ein "abwertendes" Lachen über mich, über mein Verhalten, meine Äußerungen, was auch immer. Diesem Mysterium in meinen Beziehungen bin ich also schon lange auf der Spur. Viele Frauen kennen den Schmerz, wenn die Augenhöhe in ihren privaten und beruflichen Beziehungen verloren geht. Doch nie wusste ich, worum es da eigentlich geht. Dass auch wir Frauen Männer verbal abwerten, dessen bin ich mir natürlich bewusst ... tut jetzt jedoch nix zur Sache.

Heute ließ ich mir von der 'Biofach' in Nürnberg erzählen, auf der mein Mann war. Dann erzählte er mir über eine neue Produktart getrockneten Tees, die auch für unsere Streuobstwiese interessant sein könne. Ich verstand nicht wie das Produkt konkret aussah und fragte deshalb gezielt nach, wie ich mir das vorstellen könne. - "Na so viel Fantasie wirst du ja wohl noch besitzen." Ich besitze viel Fantasie und die hatte gerade alle möglichen Vorstellungen, nur eben keine konkrete! - PENG. Das saß und ich spürte, dass mein innerer 'brav'anTeil nun einfach weiter geredet hätte. Der wäre da ganz lieb&brav drüber hinweggegangen, so tief saß der Treffer dann doch nicht. Doch die Kriegerin in mir wusste, dass sie hier ein spürbares Zeichen setzen musste und stand ruhig, aber bestimmt auf, nahm ihren Teller und verließ kommentarlos den Esstisch. Ich war eh fertig mit Essen. Beim Gang in die Küche - die ErkenntNuss kam also doch in der Küche! - wurde mir schlagartig bewusst, was hier passiert war. Ich hatte die Kompetenzgrenze meines Mannes berührt und seine Unlust, Dinge so zu beschreiben, dass ich sie mir vorstellen kann, herausgefordert. (Detailliert zu beschreiben ist eine starke Kompetenz von mir und ebenso detailliert nachzufragen und wenn ich das in ungünstigen Augenblicken von ihm einfordere, um zu verstehen, dann berührt das empfindsam seine Stress-Grenze.) Und dann entflieht ihm ein Satz, der bei mir "sitzt". Ich drehte also wieder um ins Esszimmer, die Kriegerin in mir achtete darauf, es nicht im "zwischen Tür und Angel Modus" auszusprechen, sondern, dass ich mich ihm zuwendend, das sagen musste, was ich soeben erkannt hatte. Als ich ihm sagte, dass ich die Vermutung habe, dass, wenn er an seine Grenzen käme, er mich verbal abschösse, stimmte er mir prompt zu. - 'Treffer, versenkt!' - Um mal in der 'Schiffe-versenken-Sprache' zu schreiben. Es war eine Erleichterung für uns beide, dass dies einmal benannt und bemerkt war. Für mich war es erleichternd zu wissen, seine Grenze ist erreicht. Es ist nur sein HILFERUF. Logisch, dass ich dann auf der anderen Seite meine Grenze dicht mache. Diesmal ist es nicht passiert und ich habe mich am Ende einfach nur für meine geknackte ErkenntNuss bedankt.
Und das ist zu unserem Glück im besten Falle unser Spiel: Mein Mann gibt die Steilvorlage und ich knacke die ErkenntNuss darauf. Aus Disputen zu lernen, das Gold daraus zu schöpfen und den Schlick da zu belassen wo er hingehört, in den Fluss des Lebens nämlich oder gern auch in den Küchen- oder ToilettenAbfluss, jedoch nicht in Gold eingefasst in unsere Herzen versenkt, das ist die beste ART, wie ich finde, in und mit seiner Beziehung glücklich zu sein. Denn das gold des herzens ist ein nachlachender Frohstoff.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0